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23. Juni 2026 • Ankündigung

Kyrok sichert sich 3,1 Millionen Euro: KI-Betriebssystem für Supply-Chain-Teams im Pharma- und Chemie-Mittelstand

  • Pre-Seed-Finanzierung unter Führung von Speedinvest. Mit an Bord: Ex-SAP-CPO Dr. Marcell Vollmer, das Family Office des Marktführers für aktive Pharmaverpackungen Sanner und die Langdock-Gründer.
  • Mehrere Unternehmen nutzen das System bereits: Bei Routineaufgaben zeigen sich mehr als 80 Prozent Zeitgewinn und eine deutlich reduzierte Fehlerquote.
  • Kyrok legt sich ohne Systemmigration über bestehende ERP-Systeme und überwindet so gewachsene Daten-Silos.
  • Industriespezifische KI-Agenten übernehmen die Routine, die Entscheidung bleibt beim Menschen.

Berlin, 23. Juni 2026 – Das Industrie-KI-Startup Kyrok (gesprochen: Kai-rok) sichert sich 3,1 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde. Das Berliner Unternehmen entwickelt das erste KI-Betriebssystem für das Supply-Chain-Management im europäischen Pharma- und Chemie-Mittelstand mit branchenspezifischen Agenten. Gegründet wurde Kyrok 2025 von Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom europäischen VC Speedinvest.

Zu den Investoren zählen außerdem Arve Capital, das Family Office des Marktführers für aktive Pharmaverpackungen Sanner. Hinzu kommen renommierte Köpfe aus Industrie und Tech: Dr. Marcell Vollmer (Ex-CPO SAP), Dr. André Heeg (Managing Director & Partner Pharma & Healthcare bei BCG), Dr. Stephan Rohr (CEO TWAICE), die Langdock-Gründer Jonas Beisswenger, Tobias Kemkes und Lennard Schmidt sowie Rodrigo Martinez über HelloWorld.

Mitgründer von Kyrok Lukas Bierfreund und Daniel Hofinger
Mitgründer von Kyrok, L-R: Lukas Bierfreund, Daniel Hofinger, © Kyrok

Systemkritische Industrie läuft auf Systemen der 1990er

Während in Berlin und Brüssel über digitale Souveränität, KI-Standorte und resiliente Lieferketten diskutiert wird, läuft ein erheblicher Teil der deutschen Pharma- und Chemieproduktion auf SAP R/3 aus den 1990er-Jahren, auf Excel und auf dem Erfahrungsschatz von Mitarbeitenden, die in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Welches Gewicht diese Branche hat und unter welchem Druck sie steht, zeigt das Beispiel Deutschland: Pharma und Chemie sind nach Fahrzeug- und Maschinenbau der drittgrößte Industriezweig Deutschlands und stehen laut Verband der Chemischen Industrie (VCI) für mehr als 560.000 Beschäftigte. Über 90 Prozent der Unternehmen sind mittelständisch geprägt. Die Belegschaft altert: In der Fertigung ist heute jeder vierte Beschäftigte 55 Jahre oder älter. Gehen erfahrene Fachkräfte in Rente, droht wertvolles Prozesswissen verloren zu gehen.

Gleichzeitig steigt der Druck auf die Lieferketten. Allein zum Jahresende 2025 bestanden laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) knapp 560 Lieferengpassmeldungen. Hinzu kommt wachsender internationaler Wettbewerb: Erhöht die europäische Industrie ihre Produktivität nicht, drohen weitere Produktionsverlagerungen, während asiatische Anbieter verstärkt in den europäischen Markt drängen. Alterung, Engpässe und Wettbewerbsdruck treffen damit ausgerechnet die Unternehmen am härtesten, die das Rückgrat der Branche bilden: den Mittelstand.

Eine Anwendungsebene über dem bestehenden ERP-System

Kyroks Betriebssystem für Supply-Chain-Teams der Pharma- und Chemie-Industrie legt sich als Anwendungsebene über bestehende ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning), ganz ohne Systemmigration. Statt zwischen ERP und weiteren Anwendungen zu wechseln, arbeiten die Teams in einer modernen, intuitiven Oberfläche, in der KI-Agenten sie durch ihre Prozesse führen. Mit jeder Interaktion lernt die KI die nutzerspezifischen Verhaltensmuster besser kennen. So wandert Wissen von den Köpfen ins System.

Schritt für Schritt will Kyrok die zentralen Funktionen des Supply-Chain-Managements abdecken. Den Anfang macht der Kundenservice bei der Auftragserfassung und weiteren industriespezifischen Workflows; Produktionsplanung, Materialplanung und Einkauf folgen. Dabei liegen alle Daten DSGVO-konform auf europäischer Infrastruktur in Frankfurt am Main.

„Wir sind in Produktionswerken, in denen Auftragslisten morgens ausgedruckt, in den nächsten Raum getragen und dort wieder eingetippt werden. Die Menschen dort leisten Erstaunliches und halten verschiedene Systeme manuell zusammen. Sie verdienen Werkzeuge aus diesem Jahrhundert“, sagt Daniel Hofinger, CEO und Mitgründer von Kyrok. „Mit unserer Lösung möchten wir gezielt einen Beitrag für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand leisten.“

Daniel Hofinger, Mitgründer und CEO von Kyrok
Daniel Hofinger, Mitgründer & CEO von Kyrok, © Kyrok

Erste Ergebnisse aus der Pilotphase

Mehrere mittelständische Pharma- und Chemieunternehmen setzen das Betriebssystem bereits in der Pilotphase ein. Die Ergebnisse zeigen, dass Kyrok mehr als 80 Prozent komplexer Aufträge fehlerfrei erfasst. Bei Routineaufgaben ergibt sich ein hoher Zeitgewinn und eine deutlich reduzierte Fehlerquote durch die Unterstützung von KI-Agenten.

Christoph Staub, CEO beim mittelständischen Schweizer Pharmaunternehmen Konapharma, hebt positiv den Human-in-the-Loop-Ansatz von Kyrok hervor: „Für uns bedeutet Kyrok eine massive Arbeitserleichterung. Wir gewinnen Zeit für die Themen, die für unsere Kunden wirklich zählen. Überzeugt hat mich, dass das System Vorschläge macht, die letzte Entscheidung aber beim Mitarbeiter bleibt, der die Verantwortung trägt.“

Christoph Staub, CEO bei Konapharma
Christoph Staub, CEO bei Konapharma, © privat

Noch bevor eine Zeile Code geschrieben wurde, hatten Hofinger und Bierfreund schon über 200 Interviews mit Fachleuten aus Pharma und Chemie geführt und in zahlreichen Werksbesuchen und Workshops die Produktions- und ERP-Prozesse im Mittelstand analysiert.

„Kyrok liefert eine beeindruckende Branchentiefe. Ich habe in 14 Jahren bei SAP gesehen, wie selten Software-Teams diese wirklich erreichen. Was Daniel und sein Team in den ersten Monaten geliefert haben, zeigt ein enormes Potenzial für unseren Industriestandort in Europa“, erklärt Dr. Marcell Vollmer, ehemaliger Chief Procurement Officer bei SAP.

Dr. Marcell Vollmer
Dr. Marcell Vollmer, © privat

„Während klassische ERP-Systeme vor allem Daten verwalten, ermöglicht Kyrok die intelligente Verknüpfung von Daten, Prozessen und Wissen. Dadurch wird wertvolles Erfahrungswissen aus den Köpfen der Mitarbeitenden in skalierbare und KI-gestützte Abläufe überführt“, so Frank Fürst, General Manager bei dem international agierenden Chemieunternehmen AnalytiChem aus Duisburg. „Für uns als mittelständisches chemisches Unternehmen ist das ein entscheidender Schritt in Richtung der nächsten Generation des Prozessmanagements und der Zukunftssicherung am Standort Deutschland.“

Frank Fürst, General Manager bei AnalytiChem
Frank Fürst, General Manager bei AnalytiChem, © AnalytiChem

Gründer mit Track Record im industriellen Mittelstand

Die beiden Kyrok-Gründer Daniel Hofinger (WHU, Frankfurt School of Finance & Management) und Lukas Bierfreund (WHU) verfügen über ein umfassendes Know-how in der Implementierung von Software bei Industriekunden. Der Wirtschaftsinformatiker Daniel Hofinger ist zudem ein erfahrener Unternehmer und hat mit seinen bisherigen Software-Gründungen zusammengerechnet mehr als 1.200 Mittelständler betreut und achtstellige Umsätze erzielt.

„Daniel und Lukas haben bereits bewiesen, dass sie Industrieunternehmen mit Technologie wettbewerbsfähiger machen. Mit Kyrok modernisieren sie eine ganze Branche, ohne sie für die Modernisierung stillzulegen. Das ist exakt der Hebel, den Europa braucht: für die Wettbewerbsfähigkeit seines Mittelstands und die Resilienz seiner Lieferketten in Pharma und Chemie“, sagt Florian Obst, Partner bei Speedinvest.

Florian Obst, Partner bei Speedinvest
Florian Obst, Partner bei Speedinvest, © Speedinvest

Mit dem frischen Kapital baut Kyrok das Betriebssystem aus, entwickelt weitere Module und erweitert gezielt das Berliner Team, um die wachsende Nachfrage zu bedienen.


Über Kyrok: Kyrok entwickelt das erste KI-Betriebssystem für Supply-Chain-Teams im Pharma- und Chemie-Mittelstand. Branchenspezifische KI-Agenten übernehmen wiederkehrende Routineaufgaben in Kundenservice, Produktions- und Materialplanung sowie Einkauf, während die Entscheidung beim Menschen bleibt. Als KI-Anwendungsebene legt sich Kyrok über bestehende ERP-Systeme, ganz ohne Systemmigration. Die Datenhaltung erfolgt DSGVO-konform auf europäischer Infrastruktur. Gegründet wurde das Unternehmen 2025 von Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund in Berlin. Mehr Informationen unter kyrok.com.

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